Haushalt 2027: Wohin fließt unser Geld?
Die Stadt plant für 2027 Ausgaben von 70,7 Millionen Euro. Wir erklären den Entwurf in wenigen Minuten – und wollen wissen, was Ihnen wichtig ist, bevor die Stadtverordneten entscheiden.
Rückmeldungen sind bis zum 15. November 2026 möglich.
Fast jeder dritte Euro geht 2027 als Umlage an den Main-Taunus-Kreis.
Die Rücklagen der Stadt sind auf 0,8 Millionen Euro geschrumpft.
Die Stadt will 2027 17,1 Millionen Euro investieren – so viel wie selten zuvor.
Alle Zahlen stammen aus dem Entwurf des Haushaltsplans 2027, den der Magistrat im September 2026 vorgelegt hat, sowie aus den Haushaltsplänen des Main-Taunus-Kreises.
Woher kommt das Geld?
Die Stadt rechnet 2027 mit Erträgen von 69,8 Millionen Euro. Sechs von zehn Euro sind Steuern: vor allem der Anteil an der Einkommensteuer (20,5 Mio. €), die Gewerbesteuer (11,1 Mio. €) und die Grundsteuer B (7,3 Mio. €). Dazu kommen Zuweisungen des Landes von 19,1 Millionen Euro. Diese fallen 2027 einmalig hoch aus – 2028 sinken sie um 3,2 Millionen Euro.
Ordentliche Erträge 2027 in Mio. €
Wohin fließt es?
Den größten Block bilden die Umlagen an den Main-Taunus-Kreis: 23,9 Millionen Euro für Kreis- und Schulumlage. Fast ebenso viel kosten Personal und Versorgung mit 22,8 Millionen Euro für 282 Stellen – 43 Prozent davon in den Kitas. Für Zinsen zahlt die Stadt inzwischen fast 2 Millionen Euro im Jahr.
Ordentliche Aufwendungen einschließlich Zinsen 2027 in Mio. €
Warum zahlen die Kommunen immer mehr an den Kreis?
Die zwölf Städte und Gemeinden im Main-Taunus-Kreis finanzieren mit der Kreis- und Schulumlage die Aufgaben des Kreises – etwa Schulen, Sozialhilfe und Jugendhilfe. Das Aufkommen hat sich seit 2008 mehr als verdoppelt, auf 380 Millionen Euro. Flörsheim zahlt 2027 rund 23,9 Millionen Euro, 2020 waren es noch 16,6 Millionen.
Aufkommen aller zwölf Kommunen in Mio. € (Säulen) und Gesamthebesatz in % (Linie). 2025 abgeleiteter Wert.
Was kostet die Kinderbetreuung?
Kinderbetreuung ist der größte Posten, den die Stadt aus eigenen Mitteln trägt: 11,2 Millionen Euro Zuschuss im Jahr 2027. Bei den städtischen Kitas decken Gebühren, Essensgeld und Landesmittel nur rund 27 Prozent der Kosten. Die Zuschüsse an die kirchlichen Kitas sind seit 2025 um 0,8 Millionen Euro gestiegen. Ab 2028 sind höhere Kita-Gebühren angekündigt.
Zuschussbedarf 2027 in Mio. €
Was leistet sich die Stadt freiwillig?
Viele Angebote, die Flörsheim lebenswert machen, sind keine Pflicht: der Stadtbus, die Stadthalle, Bücherei und Museum, Feste und Märkte, Sportplätze, Jugend- und Seniorenarbeit, die Förderung von Vereinen. 2027 kosten diese freiwilligen Leistungen 5,6 Millionen Euro, ihnen stehen Einnahmen von 0,6 Millionen Euro gegenüber. Unter dem Strich trägt die Stadt rund 5 Millionen Euro – etwa 226 Euro je Einwohner. Größter Posten ist der Stadtverkehr mit 1,5 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie 2025.
Einnahmen und Ausgaben 2027 in Mio. €. Der Haushaltsentwurf weist freiwillige Leistungen nicht gesondert aus; die Zuordnung beruht auf unserer Auswertung der Produktbeschreibungen.
Was wird 2027 gebaut und angeschafft?
Die Stadt will 17,1 Millionen Euro investieren – so viel wie selten zuvor. Größtes Vorhaben ist das neue Feuerwehrgerätehaus in Wicker mit 6,5 Millionen Euro. 13,5 Millionen Euro der Investitionen werden über neue Kredite finanziert.
Größte Investitionsmaßnahmen 2027 in Mio. €
Wie steht die Stadt finanziell da?
Im laufenden Betrieb fehlen 2027 rund 0,7 Millionen Euro. Positiv wird das Jahresergebnis nur durch Grundstücksverkäufe von 1,8 Millionen Euro. Die Rücklagen, mit denen solche Lücken bisher gedeckt wurden, sind fast aufgebraucht. Gleichzeitig steigen die Schulden der Stadt bis Ende 2027 auf 82,9 Millionen Euro – ein Plus von 16 Prozent in einem Jahr.
Rücklage aus Überschüssen des ordentlichen Ergebnisses, jeweils Jahresende, in Mio. €
Und die Grundsteuer?
Die Grundsteuer B zahlen alle Haus- und Wohnungseigentümer, über die Nebenkosten auch Mieter. 2027 bringt sie der Stadt 7,3 Millionen Euro. Der Hebesatz liegt derzeit bei 980 Prozent; die Finanzplanung sieht ab 2028 eine Anhebung auf 1.370 Prozent vor, über die die Stadtverordneten noch entscheiden.
Hebesatz Grundsteuer B in %
Was bedeutet das für meinen Grundsteuerbescheid?
Tragen Sie ein, wie viel Grundsteuer B Sie heute im Jahr zahlen. Den Betrag finden Sie auf Ihrem aktuellen Grundsteuerbescheid der Stadt.
Die Rechnung geht vom Hebesatz 980 % heute und 1.370 % ab 2028 aus und setzt voraus, dass sich der Messbetrag Ihres Grundstücks nicht ändert. Ihre Eingabe wird nicht gespeichert und verlässt Ihr Gerät nicht.
pro Jahr ab 2028
Unsere Einschätzung
- Der Haushalt 2027 ist nur auf dem Papier ausgeglichen. Ohne Grundstücksverkäufe und eine einmalig hohe Landeszuweisung stünde ein Minus.
- Die Rücklagen sind nahezu aufgebraucht, die Schulden steigen kräftig. Das engt die Spielräume der kommenden Jahre ein.
- Wir wollen klare Prioritäten: Pflichtaufgaben und Investitionen in die Zukunft zuerst, alle übrigen Ausgaben gehören auf den Prüfstand.
- Deshalb fragen wir Sie: Was ist Ihnen wichtig, und wo sehen Sie Einsparmöglichkeiten?
CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Flörsheim am Main
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Drei kurze Fragen, etwa zwei Minuten. Alle Angaben sind freiwillig, Sie können anonym teilnehmen. Wir werten alle Rückmeldungen aus und bringen sie in die Haushaltsberatungen ein.
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- MitredenBis zum 15. November 2026 sammeln wir Ihre Meinungen und Anregungen.
- AuswertenWir werten alle Rückmeldungen aus und veröffentlichen die Ergebnisse auf dieser Seite.
- EinbringenIhre Hinweise fließen in unsere Anträge zu den Haushaltsberatungen der Stadtverordnetenversammlung ein.
Fragen? Schreiben Sie uns an fraktion@cdu-floersheim.de.